Magazino Produkte

1Was unterscheidet TORU von bisherigen Logistiklösungen im Bereich Kommissionierung?
Was Pick-by-Robot von bisherigen Automatisierungslösungen in der Logistik unterscheidet und hervorhebt, ist seine hohe Flexibilität. Bei automatisierten Ware-zu-Mensch Systemen wie Automatischen Kleinteilelagern (AKL) und automatisierten Hochregallagern (HRL) handelt es sich in der Regel um angepasste Spezialkonstruktionen, die mit hohen Investitionskosten und langen Projektierungszeiträumen verbunden sind. Umbauten und Erweiterungen lassen sich nur sehr kostenaufwendig realisieren. Um einzelne Produkte aus einem AKL entnehmen zu können, muss zudem der komplette Ladungsträger bewegt werden, was wenig effizient ist. Am Ende ist es auch hier der Mensch, der das einzelne Objekt greift. Die Kommissionier-Roboter können im bestehenden Lager ergänzend zum Menschen eingesetzt werden und nach und nach mehr Aufgaben übernehmen. Dies ermöglicht eine stufenweise Automatisierung des Lagers, was sich vor allem in niedrigeren Investitionskosten niederschlägt. Außerdem kann TORU das einzelne Produkt entnehmen, wodurch der manuelle Kommissionier-Prozess entfällt.
2Wo genau liegen die Vorteile von TORU?
TORU ist ein intralogistisches System von höchster Flexibilität. Neben reduzierten Lohn- und Prozesskosten wird durch TORU eine enorme Ausdehnung der Betriebszeit ermöglicht. Im Gegensatz zu Ware-zu-Mensch Systemen fallen hohe Anfangsinvestitionen mit TORU weg, da der Roboter parallel mit den Menschen arbeiten und während des laufenden Betriebs einfach in das Lager integriert werden kann. Der intelligente Roboter kann dabei nicht nur mit bestehenden Regalen umgehen, sondern ist in der Lage, sich an neue Situationen und Veränderungen im Lager anzupassen. Im Gegensatz zu bisherigen Logistiklösungen wird mit TORU der stückgenaue Zugriff auf einzelne Produkte automatisiert.
3Warum gibt es verschiedene Roboter von Magazino?
Je nachdem ob es sich um welche Objekte es sich handelt, können verschiedene Roboter von Magazino zum Einsatz kommen. So ist TORU auf das Greifen quaderförmiger Objekte spezialisiert, wohingegen SOTO für große Kartons und KLT-Behälter ausgelegt ist und auch für den Einsatz in Produktionslinien konzipiert ist. Dies erlaubt es dem System, sich auf ein breites, wechselndes Produktsortiment einzustellen. Zum Beispiel indem mehrere Roboter mit unterschiedlichen Greifsystemen im Schwarm für sehr unterschiedliche Produkte parallel eingesetzt werden.
4In welchen Bereichen können die Roboter von Magazino eingesetzt werden?
Im Bereich E-Commerce mit seinem breiten, sich verändernden Produktsortiment und der hohen Anzahl an Einzelbestellungen ist Flexibilität eine Voraussetzung, um den hohen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Der autonome Kommissionier-Roboter TORU bringt genau diese Anpassungsfähigkeit mit: Er kann einfach in bestehende Lager integriert werden und sich an ein erweitertes Produktsortiment oder eine veränderte Lagerstruktur anpassen. Als ein weiteres Einsatzgebiet bietet sich die Produktionsversorgung an. Anstelle eines Routenzuges kann SOTO die benötigten Rohmaterialien für die Bearbeitung bereitstellen, indem er den entsprechenden Kleinteilbehälter (KLT) mit Einzelteilen, zum Beispiel für ein Fahrzeug im Automobilbau, direkt zur Montagestation transportiert.
5Können die Roboter von Magazino auch mit KLT-Behältern umgehen?
SOTO bildet ein System, das mit verschiedenen Greifsystemen ausgestattet ist, je nach Anforderungen und Produkteigenschaften. SOTO ist genau für diese Aufgabe in der Produktionsversorgung optimiert: Anstelle eines Routenzuges kann SOTO die benötigten Rohmaterialien für die Bearbeitung bereitstellen, indem er den entsprechenden Kleinteilbehälter mit Teilen, zum Beispiel für ein Fahrzeug im Automobilbau, direkt zur Montagestation transportiert.
6Können die Roboter einfach in mein bestehendes Lager oder meine Produktionslinie integrieren?
Das System kann während des laufenden Betriebs einfach und schnell in das bestehende Warensystem integriert werden. Die notwendigen Anpassungen beschränken sich auf das Erstellen einer Schnittstelle zum Lagerverwaltungssystem. Die physische Lagerstruktur hingegen, also etwa die Anordnung der Regale, muss nicht verändert werden. TORU bzw. SOTO arbeiten parallel mit den Menschen und sind einfach skalierbar: Ändern sich die Erfordernisse, kann das System einfach erweitert werden, indem die Anzahl der Roboter dem Bedarf entsprechend erhöht oder im Fall von sinkenden Bestellmengen reduziert wird.
7Ist TORU besser als der Mensch?
Der Kommissionier-Roboter TORU ist dafür geschaffen die bisher manuellen Prozesses des Ein- und Auslagerns aus dem Fachbodenregal zu übernehmen. Allerdings ist der Mensch mit seinen motorischen Fähigkeiten noch eine ganze Weile der Maschine überlegen. Deswegen bietet sich der parallele Einsatz von Kommissionier-Robotern und Menschen im Warenlager an, um die gesamte Produktpalette abzudecken. Im Gegensatz zum Menschen ermüdet TORU jedoch nicht. Im Prinzip kann er an sieben Tagen die Woche 24 Stunden am Stück arbeiten (ausgenommen Ladezeiten), was eine enorme Ausdehnung der Betriebszeit ermöglicht. Kommissionierfehler, wie sie einem Menschen aus Unachtsamkeit oder Übermüdung unterlaufen, sind mit den Robotern zudem ausgeschlossen.
8Was versteht man unter Sheet-of-Light?
Sheet-of-Light ist ein von Magazino entwickeltes Verfahren zur Vermessung von Objekten. Ein Kreuzlaser projiziert dafür zwei aufeinander senkrechte Laserlinien auf das zu vermessende Objekt. Eine 2D-Kamera nimmt die reflektierten Laserstrahlen auf und vermisst das Objekt anhand der Position der Linien im Kamerabild. Das Verfahren ist für quaderförmige Objekte entwickelt. Gekrümmte Oberflächen wie zum Beispiel Buchrücken lassen sich ebenfalls optimiert detektieren. Im Vergleich zur 3D-Kamera werden weniger 3D-Punkte erzeugt und damit eine deutlich geringere Rechenleistung benötig, sodass der Algorithmus zum Beispiel auf einem Mini-Computer ausgeführt werden kann. Das Sheet-of-Light-Verfahren kommt bei SOTO zum Einsatz.
9Wo kann ich KADO einsetzen?
Die Pick & Place Station KADO kann in Ware-zu-Mensch Systeme integriert werden, nämlich dort, wo Menschen die automatisch bereitgestellte Ware, zum Beispiel aus einem automatischen Kleinteilelager (AKL), manuell vom Ladungsträger entnehmen. Der sogenannte Pick-Vorgang wird mit KADO automatisiert. Darüber hinaus eignet sich KADO besonders gut für die stationäre Kommissionierung von Waren auf Paletten und Lagerflächen oder aus Gitterboxen.

Allgemeine Fragen zu Magazino

1Was macht Magazino genau?
Magazino entwickelt und baut wahrnehmungsgesteuerte, mobile Roboter für die Intralogistik. Der Kommissionier-Roboter TORU ist die neueste Entwicklung von Magazino. Konnten bisher meist nur ganze Ladungsträger wie Paletten oder Kisten automatisiert geholt werden, so wird mit TORU der stückgenaue Zugriff auf das einzelne Objekt möglich. Mit Magazinos Technologie können über 2D- und 3D-Kameras einzelne Objekte im Regal identifiziert und lokalisiert, sicher gegriffen und schließlich präzise an ihrem Bestimmungsort wieder abgelegt werden. Der intelligente Roboter TORU arbeitet parallel mit den Menschen und bringt benötigte Teile zum richtigen Zeitpunkt direkt bis zur Werkbank oder zur Versandstation. Magazino liefert damit die perfekte Waren-Logistik für die Industrie 4.0.
2Wie arbeitet Magazino?
Von der Idee, über das Design und die Entwicklung der Elektronik und Software bis zum Zusammenbau der einzelnen Elemente zum fertigen Roboter findet fast alles In-House statt. Dadurch kann Magazino flexibel auf individuelle Wünsche von Kunden reagieren. Grundlage für die Entstehung neuer, innovativer Ideen und Konzepte ist eine hohe Projektverantwortung und ein großer Gestaltungsspielraum der einzelnen Mitarbeiter.
3Welches Ziel verfolgt Magazino mit seinen Produkten?
Neue logistische Konzepte Hand-in-Hand mit Kunden und Industriedesignern zu entwickeln, das ist Magazinos Ziel – von eigenen Maschinenbauern konstruiert, durch eigene Elektrotechnik gesteuert und eigene Software zum Leben erweckt. Die Industrie der Zukunft wird von intelligenten Maschinen und Lagersystemen bestimmt, die eigenständig Informationen austauschen und Aktionen auslösen. Die zunehmenden Veränderungen in Handel und Produktion hin zu Losgröße 1 erfordern radikal neue Lösungsansätze. Genau hier will Magazino die Entwicklung vorantreiben und mit intelligenten und perzeptionsgesteuerten Robotern die Welt der Intralogistik revolutionieren.
4Was ist Stückgenaues Handling?
Konnten bisher meist nur ganze Ladungsträger wie Paletten oder Kisten automatisiert geholt werden (Ware-zu-Mensch Systeme), so wird mit TORU der stückgenaue Zugriff auf das einzelne Objekt möglich. Mit Magazinos Technologie des Stückgenauen Handlings können über 2D- und 3D-Kameras endlich auch einzelne Objekte im Regal automatisch identifiziert und lokalisiert, sicher gegriffen und schließlich präzise an ihrem Bestimmungsort wieder abgelegt werden. Mit dem Stückgenauen Handling ermöglicht Magazino das Handling von einzelnen Artikeln und schließt damit eine der zentralen Lücken in der Automatisierung von Logistikprozessen.

Unternehmen

1Seit wann gibt es Magazino?
Die Magazino GmbH mit Sitz in München wurde 2014 von Frederik Brantner, Lukas Zanger und Nikolas Engelhard gegründet. Seit Mai 2015 ist Siemens Innovative Ventures Teilhaber der Magazino GmbH. Das Startup ist mittlerweile stark gewachsen und entwickelt und baut wahrnehmungsgesteuerte, mobile Roboter für die Intralogistik.
2Wer sind die Gründer von Magazino?
Frederik Brantner (CEO) hat bereits mit 16 sein erstes Unternehmen gegründet. Sein Studium hat er mit einem Master of International Management/CEMS abgeschlossen. Er lebte in den USA, Ecuador, Südafrika, Tschechien und Spanien. Er startete das Projekt Magazino Ende 2011, im Jahr 2014 wurde die GmbH gegründet. Das Startup ist mittlerweile zu einem der größten Teams für perzeptionsgesteuerte Robotik in Europa angewachsen und entwickelt intelligente Kommissionier-Roboter für die Intralogistik. Frederik war Stipendiat der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (sdw) und wurde 2016 ausgezeichnet als einer der „Innovatoren unter 35“.

Lukas Zanger (COO) absolvierte nach der Schule eine Berufsausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker. Nach seiner Lehre arbeitete er ein weiteres Jahr in seinem Ausbildungsbetrieb. Im Anschluss begann er ein Maschinenbaustudium an der Hochschule Offenburg. Während des Studiums war Lukas Zanger in einem mittelständischen Maschinenbauunternehmen beschäftigt und sammelte erste Erfahrungen im Bereich der Entwicklung und Konstruktion von Sonder- und Standardanlagen. Als Application Engineer war Lukas Zanger weltweit tätig und dafür verantwortlich, neue Anlagen-Konzepte bei Kunden zu implementieren.

Nikolas Engelhard (Senior Expert Computer Vision) studierte Informatik an der Universität Freiburg. Während eines Praktikums bei der Daimler AG sammelte er Erfahrungen im Bereich Forschung und Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen und fokussierte sich von da an auf das Gebiet der Robotik. Als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Autonome Intelligente Systeme veröffentlichte er als Co-Autor mehrere Publikationen zum Thema 3D-Rekonstruktion von Innenräumen. Seine Masterarbeit, in der er eine Augmented Reality Anwendung entwickelte, verfasste Nikolas Engelhard an der TU München, wo er zeitgleich als studentische Hilfskraft den Übungsbetrieb für eine neue Vorlesung über die Visuelle Navigation fliegender Roboter konzipierte. Nikolas Engelhard war Stipendiat im Begabtenförderungswerk der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und der Studienstiftung des deutschen Volkes.
3Wie ist Magazino finanziert?
Nach einer ersten Finanzierungsrunde mit dem High-Tech Gründerfonds und zwei Business Angels im Mai 2014 ist bereits im Juni 2015 Siemens Innovative Ventures als Investor eingestiegen. Die drei Gründer von Magazino, Frederik Brantner, Lukas Zanger und Nikolas Engelhard, halten weiterhin die Mehrheit der Unternehmensanteile. Seitdem ist das junge Startup rasant gewachsen und konnte seinen Kundenkreis stetig erweitern.