Die richtigen Quellen und Senken - Übergaben - fuer die Automatisierung der Intralogistik mit KLT-Roboter SOTO

Quel­len und Sen­ken: Die Auto­ma­ti­sie­rung der Intra­lo­gis­tik rich­tig planen

Warum Über­ga­be­sta­tio­nen früh bedacht und auf SOTO abge­stimmt sein sollten

Business, Roboter, Technology

11. September 2025

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Die Auto­ma­ti­sie­rung der Intra­lo­gis­tik mit auto­no­men mobi­len Robo­tern (AMRs) wie unse­rem KLT-Robo­ter SOTO gelingt nur, wenn Pro­zesse stan­dar­di­siert und Schnitt­stel­len prä­zise defi­niert sind.
Viele Unter­neh­men – egal ob im Neu­bau oder Umbau eines Werks – pla­nen Trans­port­mit­tel und Über­ga­ben erst als letzte Stufe im Pla­nungs­pro­jekt. Das ist zu spät: Die Anfor­de­run­gen einer Auto­ma­ti­sie­rungs­lö­sung wie sie rund um Logis­tik­ro­bo­ter SOTO ent­steht, kön­nen sich direkt auf Lager­stra­te­gie, Lager­tech­nik, Behäl­ter­wahl und Über­ga­ben aus­wir­ken und soll­ten daher früh­zei­tig betrach­tet wer­den. Beson­ders Über­ga­ben, also Quel­len und Sen­ken, sowie die Behäl­ter die umge­schla­gen wer­den müs­sen hän­gen dabei eng zusam­men. In die­sem Blog­post schauen wir uns die Über­ga­ben näher an.

Was Quel­len und Sen­ken leis­ten müssen

 

Die Quel­len und Sen­ken, also die phy­si­schen Über­ga­be­punkte der Klein­la­dungs­trä­ger (KLTs) an SOTO, sind ent­schei­dende Schnitt­stel­len im Mate­ri­al­fluss und kri­ti­sche Erfolgs­fak­to­ren für ein Auto­ma­ti­sie­rungs­pro­jekt mit SOTO. 

An die­sen Über­ga­ben nimmt SOTO Mate­rial auf oder gibt Leer­gut ab und schließt damit die Lücke zwi­schen (auto­ma­ti­sier­tem) Lager bzw. Zwi­schen­la­ger und der Produktionslinie.

Quel­len und Sen­ken zur Lage­rung der Behäl­ter haben in der Intra­lo­gis­tik unter­schied­li­che Ziele:

  • Sicher­heit der Mate­ri­al­ver­sor­gung / Abde­cken von Schwan­kun­gen durch aus­rei­chend Puf­fer an der Linie
  • Ent­kop­pe­lung von vor- und nach­ge­la­ger­ten Prozessen
  • Redu­zie­rung der Fre­quenz für Mate­ri­al­ver­sor­gung, ins­be­son­dere für kos­ten­güns­tige und kleine Teile (C‑Teil Management)
  • Ermög­li­chen der ergo­no­mi­schen Bereit­stel­lung durch an die Arbeits­si­tua­tion ange­passte Quel­len / Senken

Damit dies funk­tio­niert, gilt es tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen zu klä­ren und geeig­nete Über­ga­ben zu definieren.

Pra­xis-Tipp: Wenn Sie heute Ihre Linie oder einen Werks­be­reich umbauen/neu pla­nen oder neue Regale beschaf­fen, den­ken Sie SOTO gleich mit, selbst wenn der Robo­ter erst spä­ter ein­ge­führt wird. Eine Nach­rüs­tung ist immer auf­wän­di­ger und teu­rer als eine pro­ak­tive Anpassung.

Tech­ni­sche Vor­aus­set­zun­gen für SOTO-kom­pa­ti­ble Übergaben

 

Damit Logis­tik­ro­bo­ter SOTO seine Auf­ga­ben auto­nom erle­di­gen kann, muss er genau wis­sen, wo er die Quel­len und Sen­ken fin­det. Er muss diese ein­deu­tig iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, um dann die rich­ti­gen KLTs an der rich­ti­gen Stelle abge­ben oder auf­neh­men zu kön­nen. Dazu hel­fen dem Roboter:

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  • Eindeutige Übergabepositionen & Regalfachkennzeichnung: Jeder Übergabepunkt hat eine definierte Position im Raum mit eindeutiger Bezeichnung, der Regalfach ID (z. B. Regal 1, Segment 2, Zeile 4, Platz 2 = 01-02-04-02). Diese Regalfach ID ist mit einem QR-Code für SOTO lesbar und gewährleistet das reibungslose aufnehmen/abgeben von KLTs. Die Informationen zur Position und die Übergabe ID definieren und verwalten Sie im Environment Editor von SOTO. Das macht Sie in einem hohen Grad flexibel für Änderungen und Anpassungen.

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  • Andock-Hilfe (Docking Shape): Diese Orientierungshilfen werden oben oder unten an der Übergabe angebracht. Sie ermöglichen SOTO das “Finetuning” in der Anfahrt an eine Übergabe und hilft SOTO die optimale Position für die Aufnahme/Abgabe zu finden.

 

  • Adapterplatten und Einführhilfen mit QR-Codes: Als mechanische Schnittstelle sind an jedem Übergabeschacht Adapter angebracht. Diese Adapter stellen sicher, dass SOTO mit seinem Greifer die KLTs problemlos aufnehmen bzw. abgeben kann, die KLTs also "geführt" sind. Diese Adapter können bei neuen Regalen direkt mitbestellt oder nachgerüstet werden (siehe unten).

Über­grei­fend ist zu sagen, dass SOTO stets einen direk­ten, freien Zugang zu den Über­ga­ben haben sollte. Wenn Quel­len und Sen­ken ent­lang des Fahr­wegs in einer Flucht ange­ord­net sind, stei­gert dies die Pro­zess­sta­bi­li­tät und redu­ziert Stö­run­gen.

Pra­xis-Tipp: Über­ga­ben müs­sen nicht fest am Boden ver­an­kert sein, auch wenn wir das emp­feh­len. Kon­stante Posi­tio­nen der Über­ga­ben sind essen­zi­ell für eine mög­lichst schnelle Abwick­lung einer Tour. Boden­mar­kie­run­gen oder Stop­per kön­nen hel­fen, Ver­schie­bun­gen zu ver­hin­dern oder zumin­dest sicht­bar zu machen. 

Sys­tem­sei­tige Vor­aus­set­zun­gen für SOTO-kom­pa­ti­ble Übergaben

 

Der Logis­tik­ro­bo­ter SOTO ist ein Multi-Load-Robo­ter und kann in sei­nem dop­pel­tie­fen Ruck­sack-Regal bis zu 24 KLTs gleich­zei­tig trans­por­tie­ren. Seine Tou­ren plant er dabei auto­nom anhand der vor­lie­gen­den Trans­port­auf­träge. Jeder Auf­trag ent­hält in der Regel Quelle und Senke (auf Stell­platz-Ebene) sowie KLT-Größe, Mate­ri­al­num­mer und optio­nal eine Prio­ri­tät. SOTO sor­tiert für seine Tour die auf­ge­nom­me­nen KLTs so in sein Regal, dass sie in der opti­ma­len Abga­be­rei­hen­folge bereitstehen.

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Damit der Prozess der Aufnahme oder Abgabe reibungslos funktioniert, müssen die KLTs in Regalen oder an Auslagerungsschächten geführt bereitgestellt werden. Das bedeutet: Die Breite des Regalfachs oder Auslagerstichs muss exakt zur KLT-Breite passen, damit die Behälter nicht verkanten und den Materialfluss blockieren. Als Beispiel: Eine 600 × 400 mm KLT darf in einem 600 mm breiten Fach nur mit der breiten Seite bereitgestellt werden. Soll sie mit der schmalen Seite entnommen werden, muss das Fach auf 400 mm reduziert werden.

Wäh­rend Adap­ter und Reg­a­lauf­bau­ten die nötige Hard­ware-Basis schaf­fen, ist ebenso wich­tig, dass die sys­tem­sei­tige Steue­rung stimmt. Nur wenn die Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen SOTOs Leit­steue­rung und der Lager­ver­wal­tungs­soft­ware bzw. dem ERP-Sys­tem sau­ber abge­stimmt ist, wer­den die rich­ti­gen KLTs an den pas­sen­den Quel­len und Sen­ken bereit­ge­stellt und SOTO kann seine Tour effi­zi­ent abwi­ckeln. Diese Logik gilt glei­cher­ma­ßen für Regal­lö­sun­gen wie für För­der­tech­nik-Über­ga­ben – und zwar sowohl für Voll­gut- als auch für Leergutprozesse.

Da die Anfor­de­run­gen je nach Werk vari­ie­ren, star­ten wir jedes Pro­jekt mit einem gemein­sa­men Pro­zess-Work­shop. So stel­len wir sicher, dass die Über­ga­ben sowohl hard­ware- als auch soft­ware­sei­tig von Anfang an durch­dacht sind und die Auto­ma­ti­sie­rung in der Pra­xis sta­bil, robust und wirt­schaft­lich läuft.

Über­ga­be­ty­pen im Überblick

 

Diese Quel­len und Sen­ken eig­nen sich für SOTO

 

Prin­zi­pi­ell kann KLT-Robo­ter SOTO mit ver­schie­de­nen Arten von Über­ga­ben arbei­ten. Beson­ders wert­voll ist dabei, dass er stu­fen­los auf unter­schied­li­chen Höhen (0,4–1,70m) KLTs auf­neh­men oder abge­ben, sowie sowohl fron­tal wie auch seit­lich an eine Über­gabe her­an­fah­ren kann. Damit bie­tet SOTO eine extrem hohe Fle­xi­bi­li­tät in der Anpas­sung an Ihre Pro­duk­ti­ons­um­ge­bung und v.a. an das Platz­an­ge­bot rund um die Übergaben.

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Durchlaufregale / Supermarkt

  • Typ: Schräge, passive Übergabe
  • Einsatzbereich: Bereitstellung von Material, Leergutaufnahme, Linienpuffer
  • Vorteile:
    • Geringe Investitionskosten
    • Ergonomisch für manuelle Bestückung
  • HinweisMisch-KLTs (>> siehe Artikel: C-Teile Automatisierung) erhöhen Lagerdichte und Flexibilität noch weiter
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Einfache, niedrige Regale (Podeste), v.a. im Spritzguss

  • Typ: schräge, passive Übergabe
  • Einsatzbereich: Ermöglicht 1:1-Abholung gefüllter KLTs z.B. im Spritzguss ohne aufwändige Investition in Fördertechnik (vgl. Bild, >> siehe: Case Study - WAGO)
  • Vorteile:
    • Geringe Investitionskosten
    • Einfach anpassbar
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Fördertechnik / Auslagerungsstich am Automatischen Kleinteilelager (AKL)

  • Typ: Flache, angetriebene Übergabe
  • Einsatzbereich: Auslagerungsstich des AKL, andere Anbindung an Förderbänder
  • Vorteile:
    • Automatisierte Materialbereitstellung
    • Hohe Frequenz möglich
  • Hinweise bei AKLs:
    • Bei einem AKL Auslagerung an einem Port vermeiden, sonst Einsatz von Greifarmroboter als Zwischenschritt nötig.
    • Die Schnittstelle zwischen Fördertechnik und SOTO kann durch einen passiven Vorbau als Übergabe entkoppelt werden, falls dem Prozess zuträglich.

Pra­xis-Tipp: Vor Aus­schrei­bung eines AKL oder Power­Cu­bes sollte klar sein, wel­ches Trans­port­mit­tel für die Ver­sor­gung vor­ge­se­hen ist. So las­sen sich SOTO-Anfor­de­run­gen direkt in die Pla­nung inte­grie­ren. Auch inter­es­sant: Am AKL-Aus­la­ge­rungs­stich lässt sich die Imple­men­tie­rung einer “in-pro­cess char­ging” Option prüfen.

Diese Quel­len und Sen­ken benö­ti­gen Zwischenschritte

 

Hoch­re­gale mit KLTs auf Palet­ten, Fach­bo­den­re­gale oder Pater­nos­ter sind ohne zusätz­li­che Hand­ling-Schritte unge­eig­net für den AMR SOTO. Zudem kann SOTO keine KLT-Sta­pel hand­ha­ben. Soll­ten sol­che Übergaben/Prozesse im Ein­satz sein, bera­ten wir Sie gerne zu durch­dach­ten, schlan­ken und ganz­heit­li­chen Lösun­gen diese The­men zu lösen:

Über­ga­be­typ

Pro­blem

Mög­li­che Lösung

Hoch­re­gale mit KLTs auf Paletten

Kein direk­ter Zugriff durch SOTO möglich

Ver­ein­ze­lung im Waren­ein­gang und Bereit­stel­lung in einem Durch­lauf­re­gal mit ver­schie­de­nen Vari­an­ten je Durch­lauf­re­ga­l­ebene auf der unters­ten Ebene des Hoch­re­gal­la­gers → Mehr­wert in der Logistik

Lif­ter / Paternoster

Kein direk­ter Zugriff durch SOTO möglich

Nut­zung bestehen­der Hand­ling­pro­zesse mit Über­gabe bspw. in ein Durch­lauf­re­gal (vgl. auch Blog­ar­ti­kel: C‑Teile Automatisierung)

Fach­bo­den­re­gale

Zu enge Lagerstruktur

Manu­elle Ent­nahme nötig. Im Green­field ver­mei­den, im Brown­field mit Maga­zino Lösung entwickeln

Umbau oder Neu­bau von Übergaben?

 

Die pas­sen­den Quel­len und Sen­ken ent­schei­den über die Per­for­mance von SOTO. Für die Umset­zung ent­spre­chend der SOTO-spe­zi­fi­schen Anfor­de­run­gen gibt es zwei gän­gige Wege:

  1. Emp­foh­len: Über­ga­ben von zer­ti­fi­zier­ten Part­nern – So stel­len Sie eine schnelle, SOTO-kon­forme Umset­zung sicher. Gerne stel­len wir auch den Kon­takt zu wei­te­ren erfah­re­nen Part­nern her.
  2. Sie bauen die Über­ga­ben in Eigen­re­gie –Das ist mög­lich, aber auf­wän­dig und feh­ler­an­fäl­lig. Unsere bis­he­ri­gen Erfah­run­gen zei­gen, dass bei­spiels­weise ein­fa­che 3D-Druck Lösun­gen aktu­ell den Anfor­de­run­gen nicht genü­gen. Eine Frei­gabe von unse­rer Seite auf jeden Fall erforderlich.

Green­field & Brown­field: Auto­ma­ti­sie­rung ganz­heit­lich denken

 

Ob Neu­pla­nung (Green­field) oder Inte­gra­tion in bestehende Werke (Brown­field): Eine erfolg­rei­che Auto­ma­ti­sie­rung mit SOTO setzt vor­aus, dass Pro­zesse früh­zei­tig von Anfang bis Ende durch­dacht sind.

Im Green­field liegt die große Chance darin, Über­ga­ben direkt SOTO-kom­pa­ti­bel zu gestal­ten. Hier sollte die auto­ma­ti­sierte Ver­sor­gung nicht nach­träg­lich ergänzt, son­dern von Anfang an Kern­ele­ment sein. So kön­nen Lade­punkte (z. B. in-pro­cess char­ging) und die sequenz­ge­rech­ten Bereit­stel­lung von KLTs aus dem pas­sen­den AKL gleich opti­mal geplant wer­den. Beson­ders hilf­reich ist das kon­se­quente Anwen­den des OHIO-Prin­zips („Only Handle It Once“), um unnö­tige Zwi­schen­schritte beim Hand­ling der Klein­la­dungs­trä­ger zu vermeiden.

Im Brown­field hin­ge­gen sind viele Struk­tu­ren bereits gewach­sen. Hier gilt es, bestehende Pro­zesse rea­lis­tisch zu ana­ly­sie­ren und gezielt anzu­pas­sen. Sind Kar­tons als Ladungs­trä­ger im Ein­satz, soll­ten Umpack­pro­zesse früh­zei­tig ein­ge­plant wer­den. Bei begrenz­tem Platz­an­ge­bot kön­nen seit­li­che Anfahr­punkte oder güns­tige bau­li­che Ergän­zun­gen an bestehen­den Rega­len hel­fen, die Inte­gra­tion zu ermög­li­chen. Wir bera­ten hier gerne.

Fazit: Rich­tig geplant = weni­ger Aufwand

 

Quel­len und Sen­ken sind mehr als nur Regale – sie sind das Rück­grat des auto­ma­ti­sier­ten Mate­ri­al­flus­ses. Wer sie von Anfang an SOTO-kom­pa­ti­bel plant, redu­ziert spä­tere Inte­gra­ti­ons­kos­ten und beschleu­nigt den ROI der Automatisierung.

Unser Tipp: Pla­nen Sie durch­gän­gige Pro­zesse, den­ken Sie Auto­ma­ti­sie­rung von Anfang an mit und nut­zen Sie die Exper­tise unse­rer Auto­ma­ti­sie­rungs­spe­zia­lis­ten. Wir bera­ten Sie zu ganz­heit­li­chen Lösun­gen für den opti­ma­len Mate­ri­al­fluss und für eine leis­tungs­fä­hige, zukunfts­fä­hige Intralogistik.